Waldsaum soll beweidet werden können

28.09.2022

Im Rahmen der Vernehmlassung zum kantonalen Waldgesetz fordert der BVA, dass der Waldsaum beweidet werden kann. Dies ist eine sinnvolle Alternative zur maschinellen Waldrandpflege. Der BVA kann sich zudem als Waldrandaufwertung auch eine Waldweide vorstellen.

Aktuell gilt gemäss § 13 die Waldweide als nachteilige Nutzung und ist somit nicht zulässig. Aus Sicht des BVA völlig zu Unrecht. Die Beweidung des Waldsaums dient zur unerwünschten Ausdehnung der Bestockung und damit für den Erhalt der Biodiversität. Gerade in Dauerweiden entlang der Wälder in schwer zugänglichen Gebieten macht die Beweidung Sinn. Die Alternative wäre eine aufwendige Rückstufung der Bestockung mit Maschinen, was ökologisch und ökonomisch im Gegensatz zu einer Beweidung nachteilig ist. Der BVA fordert deshalb eine Anpassung des entsprechenden Paragrafen.

Waldränder aufwerten
In der gleichen Thematik Waldrandbewirtschaftung verweist der BVA auf das Postulat 22.114 betreffend Umsetzung von gestuften Waldrändern für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Biodiversität und Landschaft. Wichtig bei den Diskussionen um das Heiligtum «Wald» ist zu wissen, dass der Wald in der Schweiz jährlich um die Fläche des Thunersees wächst. Angesichts dieser Tatsache muss darauf hingewirkt werden, dass beispielsweise bei Bauprojekten oder Naturschutzprojekten, welche den Wald tangieren, diese Fläche nicht zwingend aufgeforstet werden muss. Denn die Aufforstung geht dann auf Kosten von Kulturland, das ebenso wertvoll ist.

Ralf Bucher
Geschäftsführer