Gedanken zum Jahreswechsel

6.12.2022

Ein intensives Jahr mit politischen Herausforderungen neigt sich langsam dem Ende entgegen. Christoph Hagenbuch machte sich ein paar Gedanken dazu und freut sich auf ein interessantes 2023.

Liebe Bäuerinnen und Bauern

Ein weiteres Jahr geht dem Ende entgegen. Wiederum war es ein Jahr voller politischer Herausforderungen und wiederum sahen wir Bäuerinnen und Bauern uns damit konfrontiert, dass wir uns inmitten verschiedener gesellschaftlicher Forderungen wiedergefunden haben und uns für unsere Tätigkeit erklären mussten. Wir mussten der Bevölkerung die in der Land- und Ernährungswirtschaft bestehenden Zielkonflikte aufzeigen und die moderne Landwirtschaft regelrecht erklären.

Neben den politischen Herausforderungen und den Zielkonflikten sahen wir uns auf unseren Betrieben mit massiv steigenden Kosten für Saatgut, Betriebsmittel, Maschinen und anderes konfrontiert. Höhere Kosten, welche wir nicht zu 100 % auf unsere Produkte umlegen konnten. Dass dies auf die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe eins zu eins durchschlagen wird, ist ebenso selbsterklärend, wie die Tatsache, dass die jahrelangen politischen Anfeindungen im Rahmen der Diskussionen zur Trinkwasser-, zur Pestizidfrei- und zur Massentierhaltungsinitiative auf das Gemüt der Bauernfamilien drückten.

Umso mehr bin ich dankbar für die gelebte Solidarität innerhalb unserer Branche im vergangenen Jahr. Es war mir eine grosse Freude, dass wir uns gemeinsam und geeint gegen die Massentierhaltungsinitiative eingesetzt haben und dass wir am 25. September 2022 die Ernte für unsere Anstrengungen einfahren konnten, indem die Initiative klar und deutlich abgelehnt worden ist.

Ich verspüre Vorfreude auf das kommende Jahr. Denn für einmal stehen uns nicht nur politische Herausforderungen im Weg. Im kommenden Jahr verlassen wir die leider schon zur Gewohnheit gewordene Verteidigungshaltung und laden die Bevölkerung auf «ihren» Bauernhof ein. Die ALA (Aargauische Landwirtschaftliche Ausstellung) findet nach 10 Jahren wieder in Lenzburg statt. Wir verfolgen mit der Ausstellung mehrere Ziele. Erstens der Empfang von über 50'000 interessierten Besuchenden und die Präsentation der modernen Landwirtschaft in allen Facetten. Zweitens aber auch die Förderung des Zusammenhaltes und des gegenseitigen Verständnisses innerhalb der Landwirtschaft und zwischen den einzelnen Produktionsrichtungen. Ich bin heute schon überzeugt, dass das ein unvergessliches Volksfest sein wird und freue mich sehr auf das kommende Jahr.

Liebe Bäuerinnen und Bauern, auch im kommenden Jahr steht viel Arbeit an. Ich lade Sie herzlich ein, daran teilzuhaben und gemeinsam weiterzugehen und weiterzukommen.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein erfolgreiches und glückliches neues Jahr.

Christoph Hagenbuch
Präsident