Der BVA ortet beim Programm Natur 2020 Einsparungen von knapp 1.5 Millionen Franken. Er schlägt vor, diese Gelder umzulagern, um den Bauern, die freiwillig einen ökologischen Bewirtschaftungsvertrag abschliessen wollen, den Einstieg zu ermöglichen. Dies bringe der Biodiversität am Meisten.
In der Stellungnahme zur Anhörung des Programms Natur 2020 weist der Bauernverband Aargau (BVA) darauf hin, dass die Bauernfamilien tatkräftig mithelfen, der Natur den nötigen Platz in der Landschaft zu geben und die Qualität der ökologischen Massnahmen zu erhöhen. Der BVA begrüsst denn auch das Programm Natur 2020 im Grundsatz. Dass mittlerweile mehr als jeder dritte Landwirt im Aargau einen ökologischen Bewirtschaftungsvertrag hat, zeigt, dass die Bauernfamilien ihren Beitrag für einen naturnahen Aargau gerne leisten, sofern die Leistungen auch anerkannt und angemessen entschädigt werden. Die Bauernfamilien haben massgeblich dazu beigetragen, dass die Artenvielfalt in den letzten 10 Jahren um 10 % erhöht werden konnte, wie kürzlich in einer Studie aufgezeigt wurde.
Bauernland in Bauernhand
Der BVA wehrt sich jedoch entschieden gegen den verstärkten Landerwerb durch den Kanton. In den Zielen bis 2020 formuliert der Kanton ein Ergebnis von 20 ha. Bauernland gehört in Bauernhand. An diesem Grundsatz will der BVA festhalten. Das Mitbieten des Kantons hat eine preistreibende Wirkung und widerläuft der Zielsetzung des bäuerlichen Bodenrechts. Die dafür vorgesehenen Fr. 320‘000.- können deshalb eingespart werden. Grundsätzlich begrüsst wird eine begleitende Beratung für Landumlegungsverfahren für Bauten, die in Landschaftsschutzzonen zu liegen kommen würden. Abgelehnt wird hingegen eine Beratung und die Einführung einer Vollzugshilfe zur landschaftlichen Einpassung. Dies führt zu einer Verteuerung oder gar einer Verhinderung von Bauten ausserhalb der Bauzonen.
Witterungsschutz für Obst- und Beerenkulturen sind ein Muss
Der BVA stellt fest, dass verschiedene Fachstellen innerhalb des Kantons einen Witterungsschutz für Obst- oder Beerenanlagen verhindern wollen. Mit der geplanten Vollzugshilfe wird dies noch verstärkt. Der BVA weist darauf hin, dass gerade solche Anlagen aus klimatischen Gründen in landschaftlich heiklen Gebieten sinnvoll sind und gefördert werden sollten. Witterungsschutz ist bei der Nachfrage nach Qualitativ hochstehenden Früchten und dem Bedürfnis nach konstanter Lieferung ein absolutes Muss. Andere Kantone verlangen für Witterungsschutzanlagen nicht einmal eine Baubewilligung, was aus Sicht des BVA zu übernehmen wäre.
Kostenbewusste Umsetzung soll verstärkt werden
Gegen eine Aufwertung von Amphibienlaichgebieten, Flach- und Hochmooren sowie Magerwiesen hat der BVA nichts einzuwenden. Die Umsetzung der Massnahmen ist jedoch von Bedeutung. Beispiele zeigen, dass die Massnahmen nicht genügend kostenbewusst umgesetzt werden. Es braucht daher den Einbezug der landwirtschaftlichen Praxis oder der Fachstellen Landwirtschaft. Um das Kostenbewusstsein zu stärken, sollen in diesem Bereich Fr. 430‘000.- gekürzt werden.
Biodiversität auch in Wohngebieten fördern
Sehr begrüsst wird der Einsatz von Zivildienstgruppen zur Bekämpfung von Neobiota (gebietsfremde Arten). Dies trägt dazu bei, dass die Anstrengungen der Landwirtschaft zur Bekämpfung der gebietsfremden Arten nicht zunichte gemacht werden, indem in Naturschutzgebieten nichts gegen dieses Pflanzen unternommen wird. Ebenfalls begrüsst wird die Förderung der Biodiversität in Siedlungsgebieten. Der BVA stellt fest, dass von der Landwirtschaft eine naturnahe Bewirtschaftung gefordert wird, hingegen trifft man in vielen Gärten mit grossen Rasenflächen und fremdländischen Pflanzen genau das Gegenteil an.
Umlagerung von 1.5 Millionen
Insgesamt sieht der BVA ein Einsparpotential von knapp 1.5 Millionen Franken. Diese Gelder sollen verwendet werden, um den Bauernfamilien einen Einstieg in einen ökologischen Bewirtschaftungsvertrag zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass die grösste und kostengünstigste Wirkung zur Förderung der Biodiversität nach wie vor in der Landwirtschaft erzielt werden kann. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen und Umlagerungen würde deshalb die Biodiversität gewinnen.