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2012 bleibt die Energiewende ein Thema

Das Jahr 2012 wurde von vielen als schwieriges Jahr angekündigt. Ein Optimist sieht in jeder Schwierigkeit auch eine Chance. Mit dieser Einstellung wollen wir mit Ihnen das neue Jahr anpacken. Als Chance sehen wir beispielsweise die Energiewende.
Das wohl am einfachsten nutzbare Potential in der Landwirtschaft ist dabei die Sonnenenergie. Egal wie die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) in Zukunft geregelt wird, Grossanlagen wie beispielsweise Scheunendächer, sind bei der Produktion von Sonnenstrom konkurrenzfähig. Wer sein Südwest bis Südost ausgerichtetes Dach noch nicht bei Swissgrid zur KEV angemeldet hat, sollte das nachholen. Ob die Photovoltaikmodule schon vor der KEV-Zusage montiert werden sollen, bleibt ein unternehmerischer Entscheid. Wenn man einen Abnehmer findet, der den Strom bis zur KEV-Zusage zu einem höheren Preis übernimmt, lohnt es sich definitiv.

Biogas ohne Co-Substrate
Als weitere Möglichkeit in der Landwirtschaft gilt die Produktion von Biogas. Dabei sollte aufgrund des Konkurrenzkampfes um die Co-Substrate ein Modell gefunden werden, dass fast ausschliesslich mit Gülle und Mist funktioniert. Dabei gibt es erfolgsversprechende Projekte, die einfach installiert werden können und aufgrund der Standartmodule auch vom Preis her noch interessanter werden. Nicht zu vergessen ist der bäuerliche Wald. Im Aargau könnte die Holznutzung gemäss einer Studie fast verdoppelt werden. Die Herausforderung der kleinen Strukturen und der damit verbundenen hohen Kosten muss aktiv angegangen werden, beispielsweise mit einer Übertragung des Waldes zur Nutzniessung.

BVA schafft Beratungsangebot
Der Schweizerische Bauernverband hat mit der Gründung von Agro-Clean-Tech bewiesen, dass man sich an der Energiewende aktiv beteiligen will. Der Bauernverband Aargau hat bereits ein Beratungsangebot im Energiebereich geschaffen, wobei der Schwerpunkt bei Photovoltaikanlagen ist. Doch mit der Produktion von erneuerbaren Energien allein ist es nicht gemacht. Auch die Landwirtschaft muss an einer höheren Energieeffizienz (weniger Energie bei gleicher Leistung) interessiert sein. Bei steigenden Energiepreisen nicht zuletzt auch aus wirtschaftlichen Gründen.
Landwirtschaft weitsichtig positionieren
Es muss uns gelingen, die Landwirtschaft so zu positionieren, dass wir massgeblich an der Energiewende beteiligt sind. Dabei müssen wir uns aktiv in diesen Prozess einbringen. Es ist besser, wenn wir selber praxistaugliche Vorschläge zur effizienteren Nutzung der Energie und einer Verringerung von Emissionen machen, als dass wir uns gegen neue Vorschriften wehren müssen. Vorausschauend und weitsichtig handeln ist also angesagt und dabei können wir unsere Erfolge als Imagegewinn, aber auch finanziell, beispielsweise mit Zertifikaten, verkaufen.

Chancen packen
Packen wir also die Energiewende als Chance! Sie wird kommen und sie muss kommen. Ob die Landwirtschaft dabei als Gewinner oder Verlierer hervorgeht, liegt in unserer Hand. Ich wünsche Ihnen im 2012 viel Mut und Zuversicht und vor allem viele Chancen zum Anpacken.

Ralf Bucher
Geschäftsführer Bauernverband Aargau

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